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LEONI bislang kaum Auswirkungen der Nordafrika-Situation auf erstes Quartal erwartet


01.02.2011
Montega AG

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Hendrik Emrich, Analyst der Montega AG, stuft die LEONI-Aktie (ISIN DE0005408884 / WKN 540888) nach wie vor mit dem Rating "halten" ein.

In den letzten Tagen habe die LEONI-Aktie bei hoher Volatilität deutliche Kursabschläge verzeichnet. Dies sei auf die Unsicherheit bezüglich der politischen Situation und den Unruhen in Tunesien und verstärkt auch in Ägypten zurückzuführen. Die insgesamt vier Werke von LEONI in Tunesien mit rund 12.000 Mitarbeitern würden etwa ein Viertel der gesamten Bordnetzkapazitäten bzw. Gesamtbelegschaft ausmachen. Insofern sei der Standort Tunesien für LEONI von großer Bedeutung, zumal nach eigenen Angaben Produktionskapazitäten bei Standorten bis 6.000 Mitarbeitern im Falle eines Ausfalls nicht kurzfristig ersetzt werden könnten.

Mit insgesamt neun Werken (Marokko, Ägypten, Tunesien) sei LEONI einer der größten privaten Arbeitgeber Nordafrikas. Sollten die Unruhen auch Marokko erfassen, müsste sicherlich das bereits ausgearbeitete Notfallprogramm zum Einsatz kommen, das eine Verlagerung der Bordnetzfertigung in andere Werke vorsehe (Ost- und Südeuropa).


Nach Rücksprache mit dem Unternehmen laufe die Produktion und insbesondere der Im- und Export der Zulieferteile in Tunesien bislang relativ problemlos. Auch die Mitarbeiter, die größtenteils aus Tunis stammen würden, kämen wieder ohne nennenswerte Störungen zur Arbeit. Es müssten lediglich leichte Verzögerungen in der Logistik hingenommen werden bzw. Warenströme umorganisiert werden. Wenngleich die Entwicklung in Tunesien aus heutiger Sicht schwer abzuschätzen sei, scheine das Unternehmen gewappnet, um weiteren Produktionsstörungen entgegenzuwirken. Bislang habe die Produktion nur an zwei Tagen still gestanden und mittlerweile scheine LEONI die Probleme in Tunesien im Griff zu haben.

Deutlich problematischer stelle sich die Situation in Ägypten dar. Aufgrund von Generalstreiks und Ausgangssperren könnten aktuell nur ein Fünftel der insgesamt ca. 4.000 Arbeiter in Kairo mithilfe firmeneigener Busdienste zur Arbeit kommen. Wenngleich eine Eskalation der Unruhen in Ägypten nicht ausgeschlossen werden könne, müsse konstatiert werden, dass dieser Standort für LEONI im Gegensatz zu Marokko und Tunesien eher von untergeordneter Bedeutung sei. Das Unternehmen habe in Q4 2010 glücklicherweise die im Rahmen einer standardisierten Modulfertigung vielfach in Handarbeit hergestellten Bordnetze "auf Halde" produziert, um die hohen Abrufe der OEMs bedienen zu können. Insofern könnten die Ausfälle noch aufgefangen werden, wobei das Unternehmen keine Angaben zur Reichweite bzw. Höhe der Bestände mache.

Sollte sich die Situation in Nordafrika in den nächsten Wochen beruhigen, würden die Analysten keine nennenswerten Auswirkungen auf die Q1-Zahlen erwarten. Dennoch dürfte die Aktie getrieben durch die Berichterstattung weiter sehr volatil reagieren.

Die Analysten der Montega AG lassen ihre Schätzungen zunächst unverändert und empfehlen weiterhin die LEONI-Aktie bei einem Kursziel von 33 Euro zu halten. Bei Kursen unter 30 Euro würden sie die LEONI-Aktie für ein äußerst attraktiv bewertetes Investment halten. Angesichts der Aktionärsstruktur (hoher Freefloat von 89%) könnte auch die wieder aufkeimende Übernahmefantasie den Kurs beflügeln. (Analyse vom 01.02.2011) (01.02.2011/ac/a/d)




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